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100-jähriges Bestehen

Bis zum 100-jährigen Bestehen (2018- )

Der Auftakt des Jahres 2018 begann mit dem ersten Gästeabend der Vereinigung »Zum brennenden Dornbusch« am 18. Januar in Alzey. Es waren rund 50 Interessierte anwesend. Neben den zahlreichen Volkerstädtern (eine geläufige Bezeichnung für Alzeyer Bürger) waren ebenso Freimaurer aus den umliegenden Logen unter den Anwesenden. Die Vereinigung hat den Zweck, eine Freimaurerloge unter der Konstitution der »Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland« in Worms zu stiften. Die »Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland« arbeitet nach dem »Schwedischen System«, welches bis heute in Skandinavien vorherrschend ist und zu den ältesten Systemen der Freimaurerei in Deutschland gehört. In Rheinland-Pfalz gibt es seit Gründung der Großloge im Jahr 1770 keine Loge unter ihrer Konstitution.

Ein Dialog mit der Öffentlichkeit muss stets auf Augenhöhe erfolgen. Freimaurer wurden im »Dritten Reich« wirtschaftlich benachteiligt, inhaftiert, enteignet, schikaniert, misshandelt, deportiert, des Hochverrats angeklagt und ermordet. Nach dem II. Weltkrieg konnten die stark geschwächten deutschen Freimaurer nicht mehr gegen die Anfeindungen vorgehen; schon gar nicht mit den finanziellen Mitteln, die das »Dritte Reich« in die antimasonische Propaganda investiert hatte. Aus diesem Grund wirkt der von damals herrührende Rufmord bis heute besonders in Deutschland nach. Viele Verschwörungstheorien aus Romanen und Medien u.a. aus dem US-amerikanischen Raum tragen heute weiter zu Missverständnissen bei.

Die Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« begann 2018 mit »freimaurerischen Führungen durch den Schwetzinger Schlossgarten«. Der Schlossgarten ist in seiner Gesamtkonzeption einzigartig, denn er verbindet die im 18. Jahrhundert bekannten freimaurerischen Systeme in einer gleichberechtigten Weise miteinander. Er wurde in der Zeitspanne von 1752 bis 1796 erbaut. Die Führungen werden von Darmstadt aus organisiert, weil einerseits die im 18. Jahrhundert auf die Freimaurerei einwirkenden Themenbereiche, wie der Tempelritter-Orden, die Hermetik, die Alchemie, die jüdisch-christliche Mystik (Kabbala), das Rosenkreuzertum (um ein paar Beispiele zu nennen) in der Darmstädter Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« aufgrund ihrer Gründungsmitglieder (»Geschichte der Loge«) bis heute einen besonderen Stellenwert einnehmen; anderseits weil eine Hauptgrundlage des Schlossgartens das »Schwedische System« ist, wonach die Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« in Darmstadt ebenfalls arbeitet. Kurfürst Carl Theodor, der Auftraggeber des Schlossgartens, wird wahrscheinlich einen direkten Kontakt zum schwedischen Hof des Freimaurers und späteren Königs von Schweden - Karl XIII. - und seinem Vorgänger und Bruder Gustav III. (ebenfalls Freimaurer) gehabt haben. Karl XIII. war ein Mitgestalter und Reformator des »Schwedischen Systems«. Es basiert auf Unterlagen von 1756, die im Besitz von Karl Friedrich Eckleff waren.

Vom 24. bis 27. Mai 2018 besuchten zwei Dutzend schottische und englische Freimaurer die Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert«. Die meisten gehörten der 1762 in Airdrie gegründeten »New Monkland Montrose Lodge No. 88« an. Am Donnerstag wurde den besuchenden Freimaurern im Darmstädter Logenhaus ein Vortrag über die Geschichte der deutschen Freimaurerei in englischer Sprache dargeboten. Gegen Mittag fand die Abfahrt nach Schwetzingen statt. Die Führung durch den Schlossgarten startete nach einem gemeinsamen Essen. Nach Darmstadt zurückgekehrt, kamen am Abend viele im Braustüble zusammen. Am Freitag, den 25. Mai 2018 wurden die britischen Freimaurer morgens durch Darmstadt geführt; insbesondere die Mathildenhöhe und die Künstlerkolonie wurden hervorgehoben. Am Abend fand eine Aufnahme (Tempelarbeit) in den ersten Grad in der Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« statt an der rund 50 Freimaurer aus Airdrie, London, Middlesex, Northampton, Huntingdon, Frankfurt, Koblenz, Mannheim und Darmstadt teilnahmen. Am darauf folgenden Tag organisierten die besuchenden Freimaurer im Darmstädter Logenhaus eine Demonstrationsarbeit nach schottischer Manier. Daran nahmen rund 40 Freimaurer u.a. auch aus Kaiserslautern teil. Sie wurde mit einem gemeinsamen Brudermahl und dem Austausch vieler Einladungen, Grußworte sowie Geschenke abgerundet. Zu den besonderen Geschenken gehörte ein Brustabzeichen am dunkelblauen Band (siehe Bild rechts), den die schottischen Brüder zum 250. Jubiläum ihrer Loge 2012 anfertigen ließen. Es wurde als besondere Ehrung ausschließlich dem Beamtenstab der Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« überreicht.

Das siebente Sommerseminar der Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« fand am 17. und 18. August 2018 statt. Traditionsgemäß wird es im Darmstädter Logenhaus (Sandstraße 10) abgehalten. Den Darmstädter Logen steht aber auch weiterhin das »Alte Schalthaus« zur Verfügung, dem einstigen Übergansdomizil während den anderthalbjährigen Umbauarbeiten 2016/2017. Das Seminar findet traditionsgemäß seit 2012 in den Logenferien (Juli bis August) statt. Besonders die Inhalte des Gründer-Logenmeisters »Carl Happich« reichen für die nächsten Jahrzehnte. Carl Happich ist bekannt für seine Meditationsansätze in Deutschland in den 1920er Jahren. Neben den ausgezeichneten Vorträgen von Gastreferenten und Mitgliedern der eigenen Loge wird das Seminar von der Bruderschaft auch als teambildende Maßnahme geschätzt. Die Mitgliederzahlen sprechen dafür, denn seit 2012 haben sie sich mehr als verdoppelt (siehe Tabelle »Mitgliederzahlen ab 2008«).

  

Mitgliederzahlen ab 2018

Datum Mitglieder Stä. Bes. Bruder Doppelmitglieder Ehrenmitglieder Gesamtbestand
01.01.2018 31 0 0 5 36
01.01.2019 37 0 1 6 44
01.01.2020 38  2 1 6 47
01.01.2021          

 

Günther Becker erhielt während des 97. Stiftungsfestes der Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« am 27.10.2018 den Ehrenschurz für sein 25. Freimaurerjubiläum.

In einer sehr alten Tradition steht die Konzertreihe der Darmstädter Freimaurerlogen. Nach dem Umbau des Logenhauses wurde nach dem Neujahresempfang (am 21. Januar 2018) von allen drei Freimaurerlogen ein Konzert am 11. November 2018 veranstaltet. Die Konzertreihe der drei Darmstädter Freimaurerlogen »Johannes der Evangelist zur Eintracht« (Großloge A.F.u.A.M.), »Vier Elemente im Licht« (FGLvD) und »Zum flammenden Schwert« (GLL FvD) geht auf das Jahr 2006 zurück. Die Konzertreihe steht mit der ursprünglichen Initiative der Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« aus dem Jahr 1996 in Verbindung. Dieses Jahr könnte man als das eigentliche Geburtsjahr der Konzertreihe ansehen, wobei sie damals nicht regelmäßig durchgeführt wurde.

Drei Abschlussfeste feiern Freimaurer im Laufe des Jahres. Das Johannisfest Ende Juni wird von Freimaurern als Anfang und Ende des Maurerjahres verstanden. Besonders um das kosmische Ereignis der Sommersonnenwende (21. Juni) herum ehrt man Johannes den Täufer (Namenstag am 24. Juni) als Schutzpatron u.a. der Freimaurer, Steinmetze und Tempelritter. Das Stiftungsfest läutet den Stiftungstag einer Freimaurerloge ein. Damit wird das Logenjahr beendet und erneuert. Dieser Termin ist von Freimaurerloge zu Freimaurerloge individuell. Beide Termine sind fest im Gefüge der Freimaurerei verankert. Als Abschluss des Kalenderjahres wird in manchen Freimaurerlogen eine Lichtfeier veranstaltet. Man nennt sie manchmal auch Winter-Johannisfest als Pendant zum Sommer-Johannisfest im Juni. Dieses Jahr wurde am 09. Dezember 2018 die Lichtfeier der Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« mit den Familien, Lebenspartner und vielen Gästen begangen. Besonders zahlreich erschienen Gäste aus Rheinland-Pfalz. Was als ein gutes Zeichen verstanden werden kann, dass die Bemühungen dort eine Freimaurerloge unter der Konstitution der »Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland« zu gründen gute Früchte tragen. Danach wurden alle mit den besten Wünschen für das neue Jahr in die Feiertage entlassen. 

Am 20. Januar 2019 feierten die drei Darmstädter Freimaurerlogen einen gemeinsamen Neujahresempfang. Dabei wurden von den jeweiligen Repräsentanten Vorträge gehalten. Die Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« stellte die Meditation-Erkenntnisse des ersten Vorsitzenden Meisters Carl Happich dar und verlas einen Kommentar zu seinem 1938 verfassten Buch »Anleitung zur Meditation«.

Die Freimaurer-Vereinigung »Zum brennenden Dornbusch« gestaltete am 11. April 2019 einen Gästeabend im ehemaligen Alzeyer Logenhaus (siehe Foto unten). Das Logenhaus ist heute das Jugend- und Kulturzentrum der Stadt Alzey (»Juku« abgekürzt) und soll in Zukunft wieder die Heimat der neu zu gründenden Freimaurerloge werden. Damit werden das »Juku« und die traditionelle Freimaurerei unter einem Dach vereint sein. Der Gästeabend wurde mit starker und liebevoller Unterstützung der Mitarbeiter des Juku durchgeführt.

 

 

Das Logenhaus befindet sich in der Römerstraße 18 in Alzey. Es wurde samt Grundstück 1819 von den Freimaurern erworben. Die Einweihung des Freimaurertempels erfolgte am 25. Juli 1819. Das Haus erhielt 1851/1852 sein heutiges Aussehen. In den 1970er Jahren wurde es an die Stadt Alzey verkauft nachdem Jahre zuvor die Alzeyer Freimaurerloge »Carl zum neuen Licht« für ruhend erklärt wurde. Sie ist bis heute nicht mehr reaktiviert worden. Dem Haus steht ein Anbau bevor, der dann auch der neuen Freimaurerloge zur Verfügung stehen wird.

Am 26. April 2019 wurde im »Alten Schalthaus« in Darmstadt die Logenmeisterwahl und die Wahl der Wahlbeamten abgehalten. Giovanni Grippo ist mit seinem Beamtenstab einstimmig für die nächsten drei Jahre wiedergewählt worden. Nach den Wahlen fand die »Ökonomische Loge« statt, die die geordneten Verhältnisse, die finanzielle Stabilität und die wachsenden Mitgliederzahlen der Darmstädter Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« unterstrich. 

Am 31. Mai 2019 wurde bei der Jahreshauptversammlung in Berlin mit überwältigender Mehrheit der Gründung der neuen Alzeyer Freimaurerloge zugestimmt. Damit sind alle formellen Schritte erfüllt. Die rituelle Gründung soll am 07. September 2019 im Stadtweingut in Alzey stattfinden. Als Reminiszenz an die alte Freimaurerloge in Alzey steht aber auf der Stiftungsurkunde das Gründungsdatum 25. Juli 2019 als Erinnerung an die Weihe des Freimaurertempels vor genau 200 Jahren und damit dem ersten Aufblühen freimaurerischer Aktivitäten in Alzey.