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100-jähriges Bestehen

Bis zum 100-jährigen Bestehen (2018- )

Der Auftakt des Jahres 2018 begann mit dem ersten Gästeabend der Vereinigung »Zum brennenden Dornbusch« am 18. Januar in Alzey. Es waren rund 50 Interessierte anwesend. Neben den zahlreichen Volkerstädtern (eine geläufige Bezeichnung für Alzeyer Bürger) waren ebenso Freimaurer aus den umliegenden Logen unter den Anwesenden. Die Vereinigung hat den Zweck, eine Johannis-Freimaurerloge unter der Konstitution der »Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland« in Worms zu stiften. Die »Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland« arbeitet nach dem »Schwedischen System«, welches bis heute in Skandinavien vorherrschend ist und zu den ältesten Systemen der Freimaurerei in Deutschland gehört. In Rheinland-Pfalz gibt es seit Gründung der Großloge im Jahr 1770 keine Loge unter ihrer Konstitution.

Nach dem Umbau des Darmstädter Logenhauses, der im September 2017 zu Ende ging, wurde die Tradition des gemeinsamen Neujahresempfangs wiederbelebt. Er fand samt Konzert am 21. Januar 2018 statt. Diese Tradition zeigt den Zusammenhalt der drei Darmstädter Freimaurerlogen sowie den Willen gemeinsam in die Öffentlichkeit zu treten. Die Ideale der Freimaurerei und ihre Grundwerte sind seit über 300 Jahren nützliche Werkzeuge für jeden nach Erkenntnis und Selbstveredelung strebenden Menschen. Die in der Gesellschaft verloren gegangene und in der Freimaurerei gepflegte Mystik ist Balsam für die Seele. Sie hilft mit innerer Ruhe, die Hektik und das Chaos des Alltags zu meistern.

Nach den Ereignissen des II. Weltkrieges muss eine Öffnung gegenüber der Bevölkerung und ein verstärkter Dialog mit der Öffentlichkeit erfolgen. Freimaurer wurden im »Dritten Reich« wirtschaftlich benachteiligt, inhaftiert, enteignet, schikaniert, misshandelt, deportiert, des Hochverrats angeklagt und ermordet. Nach dem II. Weltkrieg konnten die stark geschwächten deutschen Freimaurer nicht mehr gegen die Anfeindungen vorgehen; schon gar nicht mit den finanziellen Mitteln, die das »Dritte Reich« in die antimasonische Propaganda investiert hatte. Aus diesem Grund wirkt der von damals herrührende Rufmord bis heute besonders in Deutschland nach. Viele Verschwörungstheorien aus Romanen und Medien u.a. aus dem US-amerikanischen Raum tragen heute weiter zu Missverständnissen bei. Jedoch hat sich die Freimaurerei in jedem Land anders entwickelt.

Die Johannis-Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« begann dieses Jahr mit freimaurerischen Führungen durch den Schlossgarten in Schwetzingen (www.schlossgartenschwetzingen.de). Schwetzingen liegt etwa 10 Kilometer westlich von Heidelberg und 15 Kilometer südöstlich von Mannheim. Der Schlossgarten ist in seiner Gesamtkonzeption einzigartig, denn er verbindet die im 18. Jahrhundert bekannten freimaurerischen Systeme in einer gleichberechtigten Weise miteinander. Dies ist etwas, was bis heute weltweit nirgends wo sonst geschafft worden ist. Der Garten wurde in der Zeitspanne von 1752 bis 1796 erbaut. Die Führungen werden von Darmstadt aus organisiert, weil einerseits die im 18. Jahrhundert auf die Freimaurerei einwirkenden Themenbereiche, wie der Tempelritter-Orden, die Hermetik, die Alchemie, die jüdisch-christliche Mystik, das Rosenkreuzertum (um ein paar Beispiele zu nennen) in der Darmstädter Johannis-Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« aufgrund ihrer Gründungsmitglieder (»Geschichte der Loge«) bis heute einen besonderen Stellenwert einnehmen; anderseits weil eine Hauptgrundlage des Schlossgartens das »Schwedische System« ist, wonach die Johannis-Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« in Darmstadt ebenfalls arbeitet. Kurfürst Carl Theodor, der Auftraggeber des Schlossgartens, wird wahrscheinlich einen direkten Kontakt zum schwedischen Hof des Freimaurers und späteren Königs von Schweden - Karl XIII. - und seinem Vorgänger und Bruder Gustav III. (ebenfalls Freimaurer) gehabt haben. Karl XIII. war ein Mitgestalter und Reformator des »Schwedischen Systems«. Es basiert auf Unterlagen von 1756, die im Besitz von Karl Friedrich Eckleff waren.

Vom 24. bis 27. Mai besuchten zwei Dutzend schottische und englische Freimaurer die Johannis-Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert«. Die meisten schottischen Freimaurer gehörten der 1762 in Airdrie gegründeten Loge »New Monkland Montrose Lodge No. 88« (www.nmm88.co.uk) an. Am Donnerstag wurde den besuchenden Freimaurern im Darmstädter Logenhaus ein Vortrag über die Geschichte der deutschen Freimaurerei und den Schwetzinger Schlossgarten in englischer Sprache dargeboten. Gegen Mittag fand die Abfahrt nach Schwetzingen statt. Die Führung durch den Schlossgarten startete nach einem gemeinsamen Essen. Nach Darmstadt zurückgekehrt, kamen am Abend viele im Braustüble zusammen. Am Freitag, den 25. Mai 2018 wurden die britischen Freimaurer morgens durch Darmstadt geführt; insbesondere die Mathildenhöhe und die Künstlerkolonie wurden hervorgehoben. Am Abend fand eine Aufnahme (Tempelarbeit) in den I. Grad in der Johannis-Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« statt an der rund 50 Freimaurer aus Airdrie, London, Middlesex, Northampton, Huntingdon, Frankfurt, Koblenz, Mannheim und Darmstadt teilnahmen. Am darauf folgenden Tag organisierten die besuchenden Freimaurer im Darmstädter Logenhaus eine Demonstrationsarbeit nach schottischer Manier. Daran nahmen rund 40 Freimaurer u.a. auch aus Kaiserslautern teil. Sie wurde mit einem gemeinsamen Brudermahl und dem Austausch vieler Einladungen, Grußworte sowie Geschenke abgerundet. Zu den besonderen Geschenken gehörte ein Brustabzeichen am dunkelblauen Band (siehe Bild rechts), den die schottischen Brüder zum 250. Jubiläum ihrer Loge 2012 anfertigen ließen. Es wurde als besondere Ehrung ausschließlich den Brüder Beamten der Johannis-Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« überreicht.

 

In einer sehr alten Tradition steht die »Konzertreihe der Darmstädter Freimaurerlogen«. Nach dem Umbau des Logenhauses wurde nach dem Neujahresempfang (am 21. Januar 2018) von allen drei Freimaurerlogen ein Konzert für den 11. November 2018 geplant. Seit 2006 veranstalten die drei Darmstädter Freimaurerlogen »Johannes der Evangelist zur Eintracht« (GL AFuAM), »Vier Elemente im Licht« (FGLvD) und »Zum flammenden Schwert« (GLL FvD) die Konzertreihe. Unterbrochen wurde sie für fast anderthalb Jahre durch den Umbau des Logenhauses vom März 2016 bis zum September 2017.