^Seitenbeginn
foto1 foto2 foto3 foto4 foto5

Spende für Opferschutz, Aufklärung und Prävention

Darmstadt 01.04.2016 | Die Darmstädter Johannis-Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« hatte am 1. April 2016 zum öffentlichen Gästeabend in die neue, temporäre Unterkunft (das sogenannte »Alte Schalthaus« in Darmstadt) eingeladen. Das Logenhaus in der Sandstr. 10 wird bis Ende des Jahres renoviert und saniert werden.

Johannes Heibel, Dipl.-Sozialpädagoge (FH) und Vorsitzender der »Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.« regte eine inhaltliche Diskussion zur Thematik von Kindesmissbrauch und Opferschutz an. Seine Forderung an die Politik ist, endlich eine Opferschutzbehörde (am Besten ein Bundesministerium) einzurichten, damit der Staat eine angemessene Verantwortung übernehme. Es wäre nichts damit erreicht, dass ein Opferentschädigungsgesetz (OEG) etabliert wurde.

Ein Staat, der die Betreuung von Opfern von sexuellem Missbrauch dem Zufall oder privaten Initiativen und Organisationen überlässt, kann sich nicht mehr als demokratisch-humanistisch oder Sozialstaat bezeichnen. Weder Jugendämter noch Justiz verspüren einen Auftrag, nachhaltig und nachdrücklich Opferschutz, Aufklärung und Prävention zu betreiben, laut Herrn Heibel. Dabei ist es für Betroffene anfangs sehr wichtig, menschliche und professionelle Unterstützung zu finden. Sie möchten in ihrer Notlage zunächst aufgefangen werden. Logenmeister Grippo sagte bei der Überreichung der Spende i.H.v. 800,- €, dass »sich jeder Staat daran messen lassen muss, wie er mit Opfern umgeht. Es läge besonders im Auftrag der Freimaurerei, den Unschuldigen und Wehrlosen zu verteidigen.«

(v.l.n.r.) Arno Moos, Ruth Hössner, Johannes Heibel, Giovanni Grippo 

Die »Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.« ist gemeinnützig anerkannt und bundesweit aktiv. In der Zukunftsvision der Initiative, so Herr Heibel in seinem Vortrag, müssten bundesweit unabhängige Beraterteams eingerichtet werden, die sich aus Juristen, Psychologen, Sozialarbeitern und eventuell noch anderen Fachleuten zusammensetzen. Diese sollten den Auftrag erhalten, Opfer unabhängig von allen Behörden zu unterstützen, sie zu begleiten und Verdachtsmomente aufzuklären. Der Sicherheit unserer Kinder müsse absolute Priorität eingeräumt werden. Klare Ansagen wären erforderlich und keine Endlosdebatten. Die Parallele zur uneinigen Flüchtlingspolitik Europas und den dazugehörigen Endlosdebatten war während des Vortrages unverkennbar und spürbar.