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Sommerseminar (2018)

Das siebente Sommerseminar der Darmstädter Johannisloge »Zum flammenden Schwert« fand am 17. und 18. August im »Alten Schalthaus« statt. Üblicherweise wird es traditionsgemäß im Darmstädter Logenhaus (Sandstraße 10) gehalten, was dieses Jahr aus Termingründen nicht möglich war. Es findet traditionsgemäß seit 2012 in den Logenferien statt und dieses Mal wurden Themen behandelt u.a. mit folgenden Titeln: »Über die Logenmeisterschaft«, »Meditation und Praxis«, »Hindernisse sind Wegweiser«, »Meditation: Gang in die Mitte«, »Lehre Jesu Christi und dogmenfreies Christentum«, »Das Bildbewusstsein von Carl Happich (1932)«, »Vom Lehrling zum Lehrling« und »Östliche und westliche Meditationspraktiken« usw..

Besonders die Inhalte des Gründer-Logenmeisters Carl Happich reichen für die nächsten Jahrzehnte. Er ist bekannt für seine Meditationsansätze in Deutschland in den 1920er Jahren. Sein Nachfolger als Vorsitzender Meister Wilhelm Klingelhöffer ist durch seine Zirkelkorrespondenz-Beiträge zu Inhalten der Andreasgrade noch in wacher Erinnerung. Neben Karl Bernhard Ritter und Erwin Rousselle sind noch Georg Friederich Lautenschläger, Friedrich List (Jurist), Franz Boerner, Otto Wolfskehl (Junior), John-Victor de Jablonski sowie Werner E. Stichnote als berühmte Mitglieder der Johannisloge »Zum flammenden Schwert« erwähnenswert. Nähere Infos zu den einzelnen Personen finden sich auf der Internetplattform »Wikipedia«.

Ein besonderer Aspekt des Seminars war die Rezension des Buches von Carl Happich »Anleitung zur Meditation« von 1938 (siehe freimaurer-wiki). Das Buch wurde 2014 erneut herausgebracht nachdem es Jahrzehnte lang verschollen war. In der jetzigen, vierten Auflage wurde zudem auf den Seiten 20-43 die Geschichte der Johannisloge »Zum flammenden Schwert« wiedergegeben, der Carl Happich neun Jahre lang vorstand. Auf den Seiten 44-78 findet sich ein seiner Zeit weit vorausgehender Beitrag namens »Das Bildbewusstsein als Ansatzstelle psychischer Benadlung«, welcher im »Zentralblatt für Psychotherapie«, Herausgegeben von E. Kretschmer und R. Sommer, Band 5, 11. Heft (57), Verlag von S. Hirzel in Leipzig, im November 1932 erschienen war. Auf dem Cover befindet sich das über tausend Jahre alte Golgatha-Kreuz von Fulda, welches in die Sockelmauer der Michaelskirche eingelassen ist.

 

 

Die Kirche ist in den Jahren 820-822 erbaut worden. Aus der Zeit stammt auch die Sockelmauer und das Kreuz. Im Inneren des in frühchristlicher Tradition stehenden Zentralbaus erhob sich wie noch heute eine Rotunde über acht Säulen. Die Rotunde besaß ursprünglich ein Gewölbe oder eine Kuppel mit einem sichtbaren Schlussstein. Die Kirche gilt als der älteste Nachbau der Grabeskirche in Deutschland und zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Sakralbauten Deutschlands.

Der anfängliche Auftrag der Tempelritter war es, die Grabeskirche, unter der sich das Felsengrab Jesu befinden soll, und die Pilger auf ihren Reisen zur Kirche zu beschützen. Darum findet sich auf der Rückseite ihres ältesten Plombensiegels die Grabeskirche. Fünf der acht Säulen sind auf dem Siegel zu finden. König Balduin II. überließ ihnen später einen Flügel seines Palastes auf dem Tempelberg, wo bis zur Zerstörung im Jahre 614 die Basilika St. Maria gestanden hatte. Sie wurde einst auf den Grundmauern des Salomonischen Tempels erbaut. Bis zu diesem Augenblick nannten sie sich »Arme Ritterschaft Christi« aber mit dem Umzug auf den Jerusalemer Tempelberg nannten sie sich »Arme Ritterschaft Christi und des Salomonischen Tempels«. Das Siegel veränderten sie aber nicht. 

Interessant ist der Grund für die Auswahl des Golgatha-Kreuzes und der Michaelskirche in Fulda. Carl Happich wurde 1932 zum Tempelmeister, d.h. zum Ritterkommandeur mit dem Roten Kreuz geweiht. Diese Ehrenstufe wird in Deutschland von der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland an einen ganz bestimmten und kleinen Teil ihrer Mitglieder erteilt. Die Johannisloge »Zum flammenden Schwert« wurde von Carl Happich unter ihrer Konstitution gegründet, was bis heute so geblieben ist.