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Literatur am Tag der offenen Tür

Darmstadt 29.10.2017 | Am Sonntag präsentierten sich die Freimaurerlogen und der Verein »Freie Szene Darmstadt« in Anwesenheit von Oberbürgermeister Jochen Partsch. In der oberen Etage des neu renovierten Logenhauses stellten sich die drei Darmstädter Freimaurerlogen vor. Im Tempel mit der neuen ausdrucksstarken Glasfront wurde unter der Führung der Freimaurerloge »Johannes der Evangelist zur Eintracht« ein Zeremonial inszeniert. Ein Zeremonial ist den freimaurerischen Ritualen nachempfunden und soll verdeutlichen, was Freimaurer u.a. bei ihren Zusammenkünften tun. Die Zuschauer konnten dadurch einen kleinen Einblick in die freimaurerische Welt gewinnen. 

Die Freimaurerlogen informierten an eigenen Ständen. Die Frauenloge »Vier Elemente im Licht« führte an ihrem Stand einen informativen Film vor. Neben den Flyern gab es auch einen Büchertisch. Die Johannis-Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« stellte sich durch Bücher den interessierten Besuchern vor. Der erste Vorsitzende Meister »Carl Happich« war Autor und hat 1938 das Büchlein »Anleitung zur Meditation« verfasst. Er gilt als ein Vorkämpfer der Meditation in Deutschland. Neben seinem Buch wurde ein Buch des aktuellen Vorsitzenden Meisters ausgestellt. Giovanni Grippo (siehe Bild) ist ebenfalls Autor und Verleger. Seine Bücher sind nicht nur für Freimaurer gedacht, sondern richten sich an ein breites Publikum. Thematisch befasst er sich u.a. mit jüdischer Mystik, Hermetik, Alchemie und Freimaurerei.

 

Aus der Vita des aktuellen Vorsitzenden Meisters:

1978 wurde er in der Nähe von Stuttgart geboren. In früher Jugend kam es zu einer schicksalhaften Begegnung mit der jüdischen Mystik. Sie führte ihn in die Nähe von Kempten, wo er mit einem Freimaurer in Berührung kam. Auf dessen Empfehlung hin besuchte er in Stuttgart die Johannis-Freimaurerloge »Licht am Stein«. Unabhängig davon korrespondierte er mit Rabbinern aus Stuttgart, Tel Aviv und Rio de Janeiro über die jüdische Mystik. Dadurch konnte er sein Interesse und Wissen erweitern. Um 1997 war die Zeit in der sich sein persönliches Studium der jüdischen Mystik intensivierte.

Aufgrund der Dialoge, Korrespondenzen und Kontakte wurde er 1998 in Mannheim in eine kabbalistische Lehre eingeweiht. Dies war eine besondere Ehre, da er Katholik und kein Jude ist. 1999 führte die Einweihung zu einer spirituellen Reise nach Brasilien und Uruguay. Durch den Mannheimer Kontakt konnte er mit Rosenkreuzern in Rio de Janeiro in Verbindung treten. Dadurch konnte er seine Kenntnisse in der Hermetik und der Alchemie vertiefen.

Nach dem Millennium und nach Stuttgart zurückgekehrt, wurde er Freimaurer. Mit seinem beruflichen Wechsel nach Frankfurt am Main (2000) begann er dort die »Jüdische Volkshochschule« sowie Sprachkurse und Bibelkurse zu besuchen, um die hebräische Sprache zu erlernen. Alles das führte zu seinem Erstlingswerk »Das Buch der Wächter«, was schließlich 2003 erschienen ist. In dieses Buch flossen Erfahrungen seiner spirituellen Reise ein. Die verschiedenen Themen werden darin sachlich und leicht verständlich unter die Lupe genommen. Das Buch kann als eine praktische Einführung angesehen werden.

Giovanni Grippo ist Autodidakt. Durch seine Übersetzungen des »Sepher Jesirah« (ca. 2.-6. Jhdt.) und des »Sepher Raziel« (ca. 14. Jhdt.) aus dem Hebräischen konnte er tiefer in die jüdische Mystik eintauchen. Ein Buch, worin die jüdische Mystik, die Hermetik und die Alchemie auf scharfsinnige Weise von dem Engländer »John Dee« verbunden worden sind, ist die »Monas Hieroglyphica« (1564), welche er neu aus dem Lateinischen übersetzt hat.

Er befasst sich nicht nur mit der jüdischen Mystik, sondern seine Themenkreise reichen von Hermetik, Alchemie über Tarot, Templertum, Rosenkreuzertum bis hin zu Freimaurerei und Meditation.