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Gästeabend samt Bücherstand

 

Am 06.02.2015 veranstaltete die Johannis-Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« in Darmstadt einen öffentlichen Gästeabend. Es waren rund 40 Gäste anwesend. Der Bücherstand erfreute sich sehr großer Beliebtheit. Das Vortragsthema lautete: »Über das Wesen der christlichen Kabbala«

Als Gästeabend wird ein gemütlicher Abend mit Vortrag im Darmstädter Logenhaus bezeichnet, an dem die Bruderschaft die Gäste (interessierte Frauen und Männer) ein bisschen in die »Königliche Kunst« einführen. Freimaurerei wird auch »Königliche Kunst« genannt. Sie zu bewahren, sie zu pflegen und sie weiterzugeben ist eines der Anliegen der Freimaurer.  

In seinem Vortrag führte Giovanni Grippo die Gäste in den wenig erforschten Teil der christlichen Kabbala ein, die einen Höhepunkt im 16. Jahrhundert mit der Herausgabe von »De Arte Cabalistica« von Johannes Reuchlin fand.

Nach der christlich-kabbalistischen Auffassung war das Christentum »eine abermals geoffenbarte und ebenso durch die Natur wie durch die Bibel bestätigte uralte Geheimlehre. Natur und Bibel bildeten eine Konkordanz.« So nahmen die christlichen Kabbalisten ohne jegliches Bedenken an, dass überall in einer Kultur wo sich das »Kreuz« zeigte es als sicheres Zeichen des Christentums aufzufassen sei. Wurde ein Kreuz entdeckt, wo und in welcher Form auch immer, kündigte es schlechthin von der Anwesenheit des Christentums. Dass man überhaupt glauben konnte, in einer fremden Schrift das »Kreuz« im Sinne des Christentums finden zu können, erklärt sich u.a. aus dem eigentümlichen Status des Kreuzes selbst. Das Kreuz galt im Abendland niemals als Abbild. Es war reines Zeichen, frei vom komplizierten Verhältnis von Abbild und Urbild. So blieb das Kreuz auch während des heftigen Bilderstreits im 8. Jahrhundert von jedem zerstörerischen Angriff verschont. Selbst die Bilderstürmer ersetzten die zerstörten Ikonen durch das Kreuz.

Ein wichtiges Trainingfeld der hebräischen Lehre ist das Agieren mit den verschiedenen Gottesnamen. Der wichtigste Name Gottes ist zunächst – JHWH – und zugleich ist das Kernstück der hebräischen Kabbala und in Folge dessen auch Kernstück der christlichen Kabbala aber mit einer kleinen Abwandlung.