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Gottesvorstellung

Einem Freimaurer liegt ob, das höchste Wesen, das wir mit dem Namen des allmächtigen dreifach Großen Baumeisters der ganzen Welt bezeichnen und als unseren höchsten Ordensherrn (d.i. Gott) betrachten von ganzer Seele und mit allen Kräften zu lieben und zu verehren. Er erblickt in ihm nicht nur den großen Schöpfer und Regierer des Weltalls, in dessen Hand die Ordnung und gesetzmäßige Entwicklung des Ganzen liegt, sondern auch den liebenden Vater, der nach seiner unerforschlichen Weisheit und Gnade die Geschicke seiner Kinder, der Menschen, lenkt und nach seiner unendlichen Barmherzigkeit alle, die von ihm ausgingen und die sich strebend bemühen, sich seinem ewigen Lichte durch Reinigung und Veredelung zu nähern, wieder zu sich als zu dem ewigen Urquell alles Lebens und aller Wahrheit führen will.

Es ist unmöglich, dass die Vorstellung von Gott bei allen Mitgliedern der Freimaurerei die gleiche sei, denn die menschliche Vernunft ist viel zu schwach, um die ganze Wesenheit Gottes begreifen zu können. Die Freimaurerei überlässt daher jedem Mitglied seine subjektiven religiösen Anschauungen. Der Glaube an Gott ist dem ungeachtet die unerlässliche Bedingung für den Eintritt in den Freimaurerorden.

Der Freimaurer betet Gott im Geiste und in der Wahrheit an, fern von jedem Formeldienst. Deshalb sind alle Erörterungen kirchlicher Streitigkeiten in der Loge verboten und grundsätzlich von ihren Verhandlungen ausgeschlossen. Wird aber das Wesen der Religion selbst von frechem Spott angegriffen, dann soll der Freimaurer, seiner Pflicht eingedenk, mit männlicher Festigkeit für die Wahrheit einstehen und mit ganzer Kraft für das Heiligtum wahrer Religiosität kämpfen.

© Text nach dem »Blauen Gesetzbuch« der GLL FvD, Kennziffer 1.3.3, §§ 6, 7 und 8