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Gottestempel

Als die erste und vornehmste Pflicht gegen sich selbst soll der Freimaurer die der Freimaurerei eigentümliche, von jedem Mitgliede zu vollziehende Aufgabe ansehen die Ausgestaltung seines inneren Menschen zu einem Tempel des Höchsten. Schreibt doch der Apostel Paulus an die Korinther: "Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? So jemand den Tempel verdirbt, den wird Gott verderben, denn der Tempel Gottes ist heilig, der seid ihr." (vgl. 1. Korinther 3,16-17) Unendlich sind die Offenbarungen, welche die Gottheit in der Natur, in der Geschichte des Menschengeschlechts, in dem Leben unserer Mitmenschen und im eigenen Herzen uns bereitet. Der Freimaurer gehe an ihnen nicht achtlos vorüber, sondern lerne sie ansehen als Erweckungen zu Licht und Leben.

Das Licht, welches die Königliche Kunst anstrebt, kann seinen vollen Schein nur in einem reinen Herzen entfalten. Nach unserer Lehre ist ein Freimaurer ein „freier Mann, der seine Neigungen zu überwinden, seine Begierden zu mäßigen und seinen Willen den Gesetzen der Vernunft zu unterwerfen weiß“. Es genügt daher nicht, wenn er vor seinen Mitmenschen rein und fehlerfrei dasteht, auch vor seinem eigenen Richter soll er jederzeit bestehen können. Darum soll er tugendhaft sein, nicht nur in Worten und Handlungen, sondern auch in seinen Gedanken und Empfindungen.

 

 

Ein Freimaurer strebe nach Selbsterkenntnis, durch sie gelangt er zur Selbstveredelung, auf dem Wege der Tugend dringt er zum Licht und zur Wahrheit hindurch. Mäßigkeit im Genusse irdischer Freuden mache er zu seiner Lebensregel. Er sei standhaft und beharrlich.

Von dem, was er als wahr, gut und edel erkannt hat, lasse er sich weder durch irdische Vorteile, noch aus Menschenfurcht abschrecken und trete mit unerschütterlichem Mut in den Kampf für Wahrheit und Recht.

Die Wechselfälle des Lebens ertrage er mit Ergebung und Stärke, er zeigt Demut im Glück, Geduld und Standhaftigkeit im Leiden. Er erinnere sich stets seiner Sterblichkeit und gehe dem Tode mit Ergebung entgegen.

Wenn ein Bruder von seiner irdischen Arbeit in den ewigen Osten abberufen wird, so hat jeder Bruder die Pflicht, dem Verstorbenen, wenn möglich, die letzte Ehre zu erweisen.

© Text nach dem »Blauen Gesetzbuch« der GLL FvD, Kennziffer 1.3.3, §§ 9, 10, 11 und 24