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Christentum

Die Lehrart der »Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland« ist auf das Christentum gegründet, das die eigentliche Richtschnur für alles freimaurerische Streben bilden muss.

Unter Christentum ist aber nicht die Zusammenfassung bestimmter Glaubensartikel und Satzungen zu verstehen, wie solche im Laufe der Zeiten von den einzelnen Konfessionen aufgestellt sind, sondern die alleinige Lehre Christi, wie sei in der Heiligen Schrift enthalten ist.

Die Lehre des Freimaurerordens identifiziert sich mit einem undogmatischen Christentum welches seit Ordensbruder Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) als »Lehre Jesu Christi« bezeichnet wird. Damit ist das Christentum im Sinne von Johannes dem Evangelisten gemeint. »Johannes der Täufer«, »Andreas der Apostel« und »Johannes der Evangelist« sind gleichsam Schutzpatrone des Freimaurerordens und einer jeweiligen »Ordensabteilung«. In einem Beitrag von Ordensbruder Adolf Widmann (1818-1878) aus dem Jahre 1872 wird das Verhältnis des Freimaurer-Ordens zum Christentum am Deutlichsten aufgezeigt: »Der Täufer Johannes«.

Die Bibel bleibt daher die unerschütterliche Grundlage unserer Ordenslehre, sie ist auch die Hauptquelle unseres Bekenntnisses, unser höchstes, auf dem Altar liegendes maurerisches Licht.

Ein Freimaurer soll jeden seiner Mitmenschen, gleichviel welches Standes, welches religiösen Bekenntnisses und welcher Nationalität er sei, achten und lieben als ein Geschöpf Gottes, als ein Kind desselben ewigen Vaters, der auch ihm das Leben gegeben hat.

Er sei duldsam und nachsichtig gegen andere. Er achte und ehre jede aufrichtige und ehrliche Überzeugung seiner Mitmenschen, auch wenn sie mit der seinigen nicht übereinstimmt, insbesondere jede religiöse Überzeugung.

Stets zur Milde und Friedfertigkeit geneigt, vermeide er Streit. Bei ausgebrochenen Misshelligkeiten aber sei er versöhnlich und biete zuerst die Hand, auch wenn er der Beleidigte sein sollte.

© Text nach dem »Blauen Gesetzbuch« der GLL FvD, Kennziffer 1.3.3, §§ 3 und 12