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Bruderschaft

Der Freimaurerorden sieht sich als ein Ganzes, in welchem einer für alle und alle für einen stehen sollen. Jedes einzelne Mitglied muß ihm daher mit unverbrüchlicher Treue und Ergebenheit anhängen, denn die Verbindung, die durch ihn geschlossen wird, soll unauflöslich sein.

Der Freimaurer sei sich darüber klar, dass er von dem Augenblicke seiner Aufnahme an mit seinem ganzen Verhalten und Betragen nicht bloß für seine eigene Ehre und seinen guten Ruf, sondern auch für die Ehre und das Ansehen der ganzen Freimaurerei haftbar ist. Jeder Fehler den er begeht, kann von der Öffentlichkeit nur zu oft der ganzen Freimaurerei zur Last gelegt.

Im Umgange unter den Brüdern in der Loge, bei den Arbeiten sowohl als auch bei den geselligen Versammlungen, fallen alle Unterscheide des Standes, Ranges, Besitzes weg, nur der Mensch gilt hier, und die einzigen Vorzüge, die die Freimaurer anerkennen, gründen sich auf inneren Wert.

Die Pflichten, welche der Freimaurer allen Menschen gegenüber hat, soll er gegen seine Brüder in erhöhtem Maße üben. In dem Umgange mit seinen Brüdern findet er das eigentliche Arbeitsfeld, auf dem er sich für seine Stellung in der Welt tüchtig und geschickt machen soll. Er soll das Herz jedes einzelnen zu gewinnen suchen und sich um seine Liebe und Freundschaft bewerben. Wenn der Friede zwischen Brüdern durch eine Mißhelligkeit gestört sein sollte, so hat jeder einzelne alle Kräfte zu deren Beseitigung anzuwenden.

Ein Freimaurer, der für das Wohl und Wehe seines Vaterlandes und seiner Mitbürger ein offenes Herz hat, wird nicht nur für alle Fragen des öffentlichen Lebens ein reges Interesse bewahren, sondern nach Begabung und Anlage tätigen Anteil nehmen, es ist dies sogar zum Wohl des Ganzes wünschenswert. Denn durch den Geist der Liebe und der Duldung, den der Freimaurer aus der Loge dazu mitbringen soll, kann die weltliche Schroffheit zum Heil und Gedeihen des öffentlichen Lebens gemildert werden. In der Loge jedoch sind alle Vorträge und Erörterungen über politische Streitfragen verboten. 

© Text nach dem »Blauen Gesetzbuch« der GLL FvD, Kennziffer 1.3.3, §§ 13, 14, 18, 19, 20 und 28